Eintausend-zweihundert Personen wurden per Internet befragt, wobei auf Alter und Geschlecht, Wohnort  geachtet wurde. Ja, neun von zehn Befragten gaben an, die negativen Auswirkungen unseres wie im Zeitraffer ablaufenden Alltags, des Lebens hautnah zu spüren. 33 Prozent der Befragten wussten nicht, dass sie etwas gegen diese Einflüsse tun können, und nur bescheidene sechs Prozent – in Zahlen 6 % – konnten die Vorteile einer gesunden Ernährung benennen.

Die freien Radikale, die bedingt von dieser unserer Umwelt in unserem Körper entstehen und uns krank machen, haben natürliche Feinde, die Antioxidanzien, die in Lebensmitteln enthalten sind: in roten Beerenfrüchten wie Preiselbeeren, Bratkürbis, Tomaten, Kochschokolade und auch KAFFEE. 78 Prozent der Ungarn ist der Begriff Antioxidans bekannt, dass sie die krankmachenden Reaktionen im menschlichen Körper verhindern können und dass sie in Lebensmitteln enthalten sind, wussten sie allerdings nicht.

KAFFEE. Es ist also höchste Zeit, Kaffee von seinem negativen Image zu befreien. Kaffee ist gesund! Gesund, so wie alles, was in Maßen genossen wird, wie die Ernährungsberaterin Emese Antal betont. Man ernähre sich ausgewogen, speise möglichst vier- bis fünfmal am Tag,  nehme genügend Flüssigkeit zu sich, mache sich kundig, in welchen Lebensmitteln Vitamin C und E, Betakarotin, Selen und Polyphenole enthalten sind. Denn sie sind die Antioxdanzien. Eine Tasse Kaffee enthält bis zu 150 mg Polyphenole, so die Nestlé-Ernährungsberaterin Zsuzsanna Szűcs, mehr als eine Tasse grüner Tee, der natürlich auch sehr gesund ist. Da die eingangs erwähnte Erhebung allerdings von Nestlé in Auftrag gegeben wurde, wird an dieser Stelle die Werbetrommel für Kaffee gerührt; für Kaffee mit oder ohne Zucker, Honig, Süßstoff, mit oder ohne Milch, light, wenn man z.B. Bluthochdruck hat, aber gut eingestellt ist, schwanger ist oder sein Baby stillt. 

Aber bitte gut aufgepasst: Kaffee nie auf leeren Magen trinken (denn so beginnt der Tag fast aller Ungarn), nie zu 
heiß, nicht hastig die Gurgel hinuntergegossen ’genießen’.

Mit der gesunden, ausgewogenen Ernährung ist der Kampf gegen ’unsere’ Umweltschäden natürlich nicht gewonnen. Der Hausarzt Dr. Péter Torzsa verwies auf die Notwendigkeit der Bewegung, der sportlichen Betätigung, und um auf Kaffee nicht nur als Genussmittel einzugehen, wies er darauf hin, dass Studien belegen, dass Kaffee keinesfalls Osteoporose beschleunigt (ernährt man sich zeitgleich mit genügend Milchprodukten, also Kalzium), gut gegen Demenz, z.B. Alzheimer ist, was ebenfalls Studien dokumentieren.62 Prozent der Befragten  meinten, sie könnten ihre Essgewohnheiten ändern, wenn sie überzeugt würden, dass sie damit die negativen Umwelteinflüsse abfangen, neutralisieren.

Im Gespräch mit Zsuzsanna Szűcs musste ich allerdings zurvorläufigen entmutigenden Schlussfolgerung gelangen, dass der Ungar nach der plötzlichen Begeisterung fürs Gesunde, einem Strohfeuer, fast automatisch rückfällig wird, weil er nur von der schweren, fetten Kost aus Großmutters Küche satt wird, angeblich…

 
Es ist ein langer, steiniger Weg, bis er, der Ungar, die Werte z.B. der mediterranen Küche verinnerlicht hat oder aber 
zu altbewährten Nahrungsmitteln mit Hirse oder Hafer zurückfindet.