In jedem Jahr holen sich die ungarischen Künstler internationale Preise. In diesem Jahr ist es Joe Petersburger, bürgerlich Dr. József L. Szentpeteri, der von der Jury von World Press Photo in der Kategorie Natur, Einzelaufnahmen für seine Vogelaufnahme mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Schon bei der ungarischen Auswahl war Petersburger-Szentpeteri mit dem dritten Preis geehrt worden und National Geographic Image Collection hatte ihn ebenfalls entdeckt und ausgezeichnet. (Siehe Photo.)

2010 wurden alle Rekorde überboten, die magische Grenze von 100 000 eingereichten Aufnahmen überboten: 5847 Photoreporter aus 128 Ländern schickten insgesamt 101 960 Aufnahmen nach Amsterdam, wo die non profit-Organisation World Press Photo seit 1955 die Besten des vorausgegangenen jahres auswählt und prämiert. Erstmals waren zwei Jurys am Werk, eine für die eigentlichen Presseaufnahmen, die andere für die Themen Natur, Sport und Porträts. Und erstmals waren nicht nur Profis, Pressephotographen, sondern auch zivile Anwärter zugelassen. 

World Presse Photo will auch in diesem Jahr dem Vorjahr den Spiegel vorhalten: Geschichte, Alltag, Politik, Sport, 
Kunst, Natur, Wissenschaft werden für den Moment festgehalten, verdeutlichen aber auch die erfolgte Veränderung, 
Entwicklung oder aber Zerstörung. Es sind die Ereignisse, die für Schlagzeilen in den Nachrichten sorgten. Es sind 
aber auch wunderbare Momentaufnahmen aus der Natur und von Gesichtern, die Schmerz und Freude, Trauer und 
Leid ausdrücken.

Die beiden Jurys hatten nur 13 Tage Zeit, um die nun auch in Budapest ausgestellten 167 Photos (übrigens von 63 
Photoreportern aus 23 Ländern) auszuwählen. World Press Photo ist eine Wanderausstellung, die mit gewisser 
zeitlicher Verschiebung an mehreren Schauplätzen, also parallel, gezeigt wird, jetzt in Budapest, Wien, Prag… Wer 
World Press Photo ’sammelt’, legt sich das sechsprachige Jahrbuch zu, das Ausstellungskatalog und eigenständiges, 
aufregendes Zeitdokument ist.

Die ungarischen World Press Photo-Veranstalter setzen die Tradition, Begleitausstellungen zu organsieren, fort. Das 
Europäische Parlament und der Europarat erklärten 2010 zum Europäischen Jahr des Kampfes gegen Armut und 
gesellschaftliche Ausgrenzung.

Daran knüpft die Ausstellung (Podium Galerie) „Im Schatten – Armut und Ausgrenzung” mit überwiegend Aufnahmen 
aus dem Alltag der Roma in Ungarn, aber auch von Blinden, autistischen Kindern, Waisen und behinderten 
Schauspielern. Diese Ausstellung wollen die Photographen Tamás Révész und András Bánkúti zur Wanderausstellung umgestalten und auch in anderen europäischen Ländern präsentieren.Als zweite Ergänzung kann die Civil Expo mit den Aufnahmen von Laienphotographen besichtigt werden (Galerie 
Csiga).

World Press Photo 2010Bis zum 31. Oktober im Freizeit- und Kulturzentrum Millenáris/Fogadó