Das Modeatelier Romani Design, geleitet von Erika Varga, ursprünglich Kunstschmiedin, nun aber Couturier, bringt seit 2009 seine Entwürfe auf den Markt. (2009 wurde das Atelier als sog. social corporate, soziale Genossenschaft, von zehn Personen gegründet, wovon fünf Langzeitarbeitslose und Behinderte waren.) Man suche sie in der Akácfa utca 20 in der Budapester Innenstadt auf und überzeuge sich selbst, ob und wann das Angebot getragen werden kann. 

Die Stiftung für Roma-Kultur Amaro Trajo und Romani Design schrieben deshalb einen Wettbewerb aus, an dem sich alle ngesprochen fühlenden Modemacher beteiligen sollten, unabhängig ob Roma oder nicht, um die Farben-, Formenwelt, Muster und Motive, Ornamentik der Roma-Traditionen  via Kleidung unters Volk zu bringen. Die Fachjury hatte es nicht leicht, von den 250 Arbeiten 85 in die engere Auswahl zu nehmen und davon 45 auf der 
Modenschau der Herbst-Winter-Kollektion von Roma- und Nicht-Roma-Models im Kunstgewerbemuseum vorzustellen. 

Als kleine, aber feine Ausstellung konnten  mehrere der preisgekrönten Kreationen (siehe Photo), aber auch Kissen, Tapetenmuster, Einrichtungsgegenstände begutachtet werden.  Im Hintergrund lief die Dokumentation über  Trachten und gegenständliche Alltagskultur der Roma in Ungarn, Bulgarien und Rumänien.

Was das Herz jeder modebewussten Frau höher schlagen ließ, war besstimmt die Farbenpracht. Es dominierten Rot, die zahlreichen Blumenmuster, und es dominierte das Plissee. Plissierte Röcke und Kleider lassen sich in allen 
Längen und Lebenslagen gut tragen. So prägten sie auch das Angebot in den drei vorgestellten Kategorien: Straßen-, d.h. Alltagskleidung, Kleidung für festliche Anlässe und sog. Extremkleidung, die allerdings nicht so extrem und extravagant war, wie angekündigt. Das Oberteil vieler eleganter Roben war als Korsett entworfen, ganz aus glänzender, anschmiegsamer Seide, das in bauschige, wippende Röcke bis zum Knöchel überging.

Oft wurde Seide mit Organza oder Tüll kombiniert, einen schlicht klassischen Hosenanzug, allerdings aus silbern glänzendem Material wertete das knappe bunte Rosencape erst richtig auf.

Als Silberschmiedin war übrigens die Schwester der Design-Chefin Helena Varga mit von der Partie.